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Ansprechpartner

Korbinian Zipf
Bereitschaftsleiter

k.zipf(at)brk-grossheubach.de

Chronik der BRK Bereitschaft Großheubach

Am 1. September 1926 wurde vom Gemeinderat Großheubach die Gründung der freiwilligen Sanitätskolonne vorgeschlagen. Bereits drei Tage später Männer zusammen und beschlossen die Gründung der Sanitätskolonne. Zu ihrem ersten Kolonnenführer wählten sie Gottfried Straub und zu dessen Stellvertreter Ludwig Straub. Schriftführer wurde Philipp Leonhardt. Man ging eifrig ans Werk, hielt Erste-Hilfe-Kurse ab und nahm an Fortbildungslehrgängen teil. Bereits 1 Jahr später veranstaltete man zu Gunsten der Kolonne Großheubach ein Gartenfest mit Großübung, an der auch die Kolonnen der näheren Umgebung teilnahmen. In der Gründerzeit fand monatlich eine Übung statt, durch die alle Mitglieder ihr Können und Wissen erweitern konnten. 18 mal wurde die Kolonne im ersten Jahr ihres Bestehens zu Hilfe gerufen, so z.B. bei einer Explosion im Steinbruch der Fa. Zöller und bei einigen Verkehrsunfällen sowie Krankentransporten. Bei verschiedenen Festen beteiligte sich die Kolonne an den Festzügen und auch als Wache auf dem Festplatz selbst. Im Juni 1928 erhielten dann unsere Männer die ersten Uniformen. Im gleichem Jahr nahm man auch an einem Kolonnentag in Lohr und an einer Tagung in Aschaffenburg teil. Übungsabende fanden unter Leitung von Herrn Sanitäts-Rat Dr. Winsauer statt. Bei vielen Unfällen, bei denen Erste Hilfe geleistet wurde, zeigte es sich immer wieder, wie wertvoll und nützlich das Vorhandensein einer eigenen Sanitätskolonne war. 1929 gründete man eine eigene Jugendabteilung, der sich mehrere junge Männer anschlossen. Im gleichen Jahr war es der Kolonne möglich, mit Hilfe von Spenden undEinnahmen aus Veranstaltungen sich eine eigene fahrbare Krankenbahre anzuschaffen, die bei unzähligen Einsätzen wertvolle Hilfe leistete. Bei der Generalversammlung im Jahre 1930 wurde besonders hervorgehoben welche Notwendigkeit das Bestehen einer Sanitätskolonne in unserer hastenden Zeit hat, wie viel Schmerz und Leid durch das schnelle Eingreifen verhindert werden konnte, da doch oft wertvolles Menschenleben auf dem Spiel steht. In den 30-iger Jahren wurde gemeinsam mit der Kleinheubacher Kolonne unter Führung des unermüdlichen Herrn Sanitäts-Rats Dr. Windsauer Sitzung abgehalten, und zwar abwechselnd einmal in Kleinheubach und einmal in Großheubach. Im Jahre 1933 zählte die Kolonne trotz schwerer Zeit 19 aktive, 3 passive und 5 Jugendmitglieder; diese leisteten in jenem Jahr ca. 30 Einzelhilfsdienste zum Wohle ihrer Mitmenschen und führten 19 Transporte durch. Am 9. Juli 1933 wurde ein Rot-Kreuz-Tag abgehalten, dessen Höhepunkt die Standartenweihe war; die Fahne konnte dank der Spendenfreudigkeit der Mitglieder beschafft werden. Im Rahmen der Zusammenlegung der Kolonnen wurde die hiesige Kolonne mit der Kolonne von Kleinheubach zur Stammkolonne Großheubach im Jahre 1934 vereinigt. Ihr gehörten weiter an: Burgstadt, Laudenbach und Rüdenau. Kolonnenführer Straub wurde vom Hauptvorstand in München zum Führer der Stammkolonne ernannt. Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges unterbrach die fruchtbare Tätigkeit der Kolonne. Erst um die Jahreswende 1948/49 konnte die Sanitätskolonne erneut ihre Arbeit aufnehmen. 1. Kolonnenführer Georg Busch und sein Stellvertreter Oskar Fuchs ließen nichts unversucht, um die Kolonne wieder auf ihren alten Leistungsstand zu bringen. So fand ein erster Ausbildungskurs im Herbst 1949 statt, der von Herrn Dr. Müller, dem damaligen Kolonnenarzt, geleitet wurde. Die weibliche Bereitschaft hatte sich ebenfalls wieder zusammengefunden und gemeinsam mit der Kolonne die Arbeit aufgenommen. Am 21. und 22.Juli 1951 feierten wir das 25-jährige Stiftungsfest, bei dem einige langjährige Sanitäter und Helferinnen geehrt wurden. Da dieses Stiftungsfest ein voller Erfolg war und die Kolonne nun erstmalig über finanzielle Mittel verfügte, konnte nun endlich dringend notwendiges Verbands- und Ausrüstungsmaterial beschafft werden. Das Jahr 1952 begann für unsere Kolonne leider mit einem traurigen Ereignis Unser verehrter und beliebter Kolonnenarzt, Herr Dr. Müller, der sich durch seine mehrjährige Tätigkeit in Großheubach größte Wertschätzung erworben hatte, ist wenige Stunden nach seiner Ankunft in Afrika, wo er als Missionsarzt ein Krankenhaus übernommen hatte, infolge eines Herzschlags wurde er fern der Heimat zur letzten Ruhe gebettet. Anlässlich eines hier in der Pfarrkirche durch Herrn Hochwürden Dekan Kunzmann gehaltenen feierlichen Requiems stellte die Kolonne die Ehrenwache. Herr Dr. Stöckle, der nun an die verwaiste Arztstelle nach Großheubach kam, betreute die Kolonne weiter. Im Jahre 1953 nahmen einige Kameraden und Kameradinnen an einemmehrtägigem Ausbildungslehrgang in der BRK-Schule in Stockdorf mit Erfolg teil. Verschiedene Male musste bei schweren und leichteren Unfällen Erste Hilfegeleistet werden. Ebenfalls im Jahre 1953 mussten wir unseren Ehrenkolonnenflührer Gottfried Straub nach einem arbeitsreichen Leben zu Grabe tragen zu einer Fahnenweihe der Freiwilligen Sanitätskolonne Großheubach. Hoch-Dekan Kunzmann übernahm die Weihe der weißen Fahne mit dem Roten Kreuz, die Schwester Bertgundis gefertigt hatte, vor. Am Nachmittag war eine Großeinsatzübung arrangiert, bei der alle umliegenden Kolonnen und Bereitschaften ihr Können zeigten. Anschließend erhielten 5 Gründungsmitglieder die Ehrennadel des Roten Kreuzes in Silber. Im Herbst 1953 folgten weitere Einsatzübungen, so z.B. auch in Aschaffenburg wo Helferinnen und Helfer unserer Kolonne rasch zur Stelle waren. Mit großem Eifer studierten unsere Mitglieder das Volksstück „Die Rückkehr “des verlorenen Sohnes" ein und führten das Spiel erstmalig am 8. Dezember 1953 hier im überfüllten Saal des Gemeinschaftshauses auf. Da dieses Spiel großen Anklang bei der Bevölkerung fand, führten wir es auch in Kleinheubach auf. Mit dem Reinerlös besorgten wir uns Verbandsmaterial und weitere Ausrüstungsgegenstände. Herr Fuchs, damaliger Kolonnenführer, ließ verschiedene Erste-Hilfe-Kurse abhalten und es gab auch wieder neue Mitglieder zu verzeichnen. Vor allem die Großheubacher Jugend war mit großem Eifer bei der Sache. Im Jahre 1955 übernahm unser verehrter Herr. Dr. Meister die Betreuung der Kolonne. Dank seiner Initiative und seiner Bereitschaft konnten wir schon viele Erste-Hilfe-Kurse durchführen, da er es immer wieder verstand, die Kursteilnehmer neu zu fesseln und sein Wissen in geeigneter Weise weiterzugeben. Ihm gebührt unser besonderer Dank! Die Kolonnenführung wechselte im Jahre 1955 zu Herrn Busch über, der alsbald zu einer Nachtübung einberief, die ebenfalls zeigte, dass die Kolonne im Ernstfall gerüstet ist. Auf dem Kloster Engelberg wurden in den Sommermonaten des Jahres 1956 15 Helferinnen und Helfer eingesetzt. In 42 Fällen musste Erste-Hilfe geleistet werden. Im Januar 1958 wurden aus unserer Kolonne drei Mitglieder für 25-jährige treue Mitgliedschaft ausgezeichnet; während des Jahres nahmen wir an mehreren interessanten Übungen im Kreis Miltenberg und auch hier in Großheubach teil. Im August 1959 erhielten wir eine neue fahrbare Krankentrage. Die Finanzierung übernahm der Kreisverband und die hiesige Gemeinde. Bei Blutspendeaktionen vom Jahre 1959 bis heute sind unsere Helferinnen und Helfer gerne im Einsatz! Bei Gauturnfesten und Winzerfesten stand unsere Kolonne ebenfalls in Bereitschaft. Im Jahre 1960 wurden 45 Hilfe-Leistungen ausgeführt. Im August 1961 übergab Herr Kolonnenführer Busch sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zurück an Herrn Fuchs. 1962 wurden zwei Erste-Hilfe-Kurse und die Kreisübung in Großheubachabgehalten, außerdem beteiligten sich alle Mitglieder wie auch in den vergangenen Jahren eifrig an der Frühjahrs- und Herbstsammlung. Als unser Kolonnenführer Fuchs Ende des Jahres 1965 nach Kleinheubach verzog, ging die Führung wieder an Herrn Busch über, der trotz seiner angeschlagenen Gesundheit das Amt bereitwillig übernahm und alle Obliegen der Kolonne erledigte er bis zu seinem plötzlichen Ableben. An die verwaiste Kolonnenspitze wurde im Herbst Hubert Ripberger der die Kolonne heute noch führt. Im November 1966 hielten wir wieder einen Kursus in Erster Hilfe ab, den Herr Kiklas leitete. Der 11. April 1967 wurde für unsere Kolonne wieder zu einem Trauertag.Mitten aus dem Lebern vom Schreibtisch des Bürgermeisteramtes wurde unser Gründungsmitglied und langjähriger Schriftführer Philipp Leonhardt abberufen. Zwei Tage später begleiteten wir unseren verstorbenen Kamera auf seinem letzten Weg. Im Zeitraum von 1968 bis 1977 wurden leider keine schriftlichen Berichte festgehalten, so dass für diese 10 Jahre keine Angaben geliefert werden können. Im August 1980 wurde vom BRK-Kreisverband ein Katastrophenschutzanhänger zur Steigerung der Einsatzbereitschaft an unsere Kolonne übergeben. Mit der Renovierungsmaßnahme des Alten Rathauses in Großheubach wurde unserer Rotkreuzkolonne die Unterkunft und die Lagerräume entzogen. Alternative Räumlichkeiten standen nicht zur Verfügung. So über Monatsversammlung, ob es nicht sinnvoll wäre, ein eigenes Rotkreuzheim zu errichten. Als Platz bot sich das Grundstück der Raiffeisenbank an der Ecke Bachgasse/Parkstraße an, wo bereits eine Doppelgarage stand. Anlässlich unseres Straßenfestes im August 1983 konnte das neu gebaute RK-Heim eingeweiht werden. Die Segnung sprach Pfarrer Karl-Josef Kraus. Die derzeitige Situation hinsichtlich der Ausrüstung unserer Rot-Kreuzkann wie folgt beschrieben werden: Wir besitzen ein eigenes RK-Heim, einen K-Anhänger, jedoch fehlt uns ein geeignetes Fahrzeug. Bei Altkleidersammlungen, Blutspendeterminen, Einsätze bei verschiedenen Festen und Veranstaltungen, wie z.B. Winzerfest, Wettbewerbe des Motorsportclubs usw. muss immer erst ein Einsatzfahrzeug frühzeitig angefordert werden. Vom Personalstand her liegt unsere Kolonne weit unter dem Mindestmaß. Denn um die Arbeiten, die anstehen, durchführen zu können, benötigt die Kolonne 2% der Ortsbevölkerung. Im Falle der Gemeinde Großheubach sind dies also etwa 90 Aktive. Speziell die Jugend sollte sich hier angesprochen werden. Selbstverständlich geben wir gern nähere Informationen. Zu den monatlich stattfindenden Versammlungen (jeweils der erste Donnerstag im Monat um 20.00 Uhr) ist jeder, bzw. jede Interessierte immer willkommen.

Stand: 1983